Stuttgart mit dem Bus entdecken

Stuttgart erleben kann auch heißen Stuttgart wortwörtlich zu er-fahren.
Die selbsternannte Stadt des Automobils kann man natürlich auch mit dem Bus entdecken.
Wie? Das könnt ihr hier in Erfahrung bringen!

Stuttgart lässt sich auf viele Arten entdecken. Jede davon hat seinen eigenen Reiz. Jede für sich zeigt einen Ausschnitt. Erst zusammen ergebn sie langsam ein Gesamtbild von Stuttgart.
Stuttgart mit dem Bus entdecken geht ganz einfach und mit mindestens drei unterschiedlichen Möglichkeiten. Je nach dem nach was einem gerade ist.

Stuttgart mit dem Stuttgart Tour Bus entdecken:

Seit erst knapp einem Jahr bietet die Stadt Stuttgart und Stuttgart Marketing in Kooperation mit den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) einen echten Sightseeing-Bus-Service an. Die Stuttgart Tour ist als „Hopp On / Hopp Off“-Tour angelegt. Das heißt die Busse zirkulieren auf den beiden angebotenen Routen im 60 Minuten Takt und ermöglichen dadurch an den diversen Stopps auszusteigen und dort beispielsweise Museen oder tolle Aussichten zu geniesen und nach Belieben die Tour fortzusetzen.

Mit dem 24h-Ticket gibt es zwei Tourist-Routen die ihren Start- und Endpunkt jeweils direkt im Herzen Stuttgarts, am Schloßplatz, haben:

Die Blaue Route:
Diese Route führt über den Osten Stuttgarts vorbei durch schöne Wohngegenden wie Gablenberg oder Bad Cannstatt. Macht halt am Schweinemuseum im alten Schlachthof Stuttgart-Wangen,am Mercedes Benz Museum im Neckarpark, an der Straßenbahnwelt in Bad Canstatt oder lädt zu einer Schifffahrt auf dem Neckar mit dem Neckar Käpt´n oder einem Besuch der Wilhelma ein.

Wer dann weiterfahren möchte kommt am Höhenpark Killesberg vorbei. Hier fährt im Sommer auf 2,3 Kilometern die seit über 70 Jahren bestehende Kleinbahn, die Killesbergbahn durch den Park. Dieser ist Teil des Grünen U Stuttgarts und beherbergte schon zwei mal eine Gartenausstellung. 1939 die Reichsgartenschau und 1993 die internationale Gartenschau. Auf der Strecke hinab in den Kessel gibts dann tolle Aussichten über Stuttgart zu genießen bevor sie wieder am Schloßplatz endet
Die Route dauert etwa 60 Minuten, bleibt man sitzen gehts sofort als Rote Route weiter.

Die Rote Route:
Auch auf dieser Strecke heißt es: Hopp On / Hopp Off, oder aber auch Hoch und Runter beziehungsweise Nuff ond Ra wie der Schwabe sagen würde.
Beide Routen werden in der Regel über die Lautsprecher in Hochdeutsch gefahren. An jedem Platz befindet sich jedoch auch ein individueller Audioguide der es mit Kopfhörer ermöglicht die Informationen in folgenden Sprachen zu hören:

Deutsch, Englisch, Französich, Italienisch, Spanisch, Russisch, Japanisch, Chinesisch sowie natürlich auch auf Schwäbisch!
Die Rote ist die schönere der Beiden angebotenen Routen. Man fährt zur Karlshöhe hoch, zum Marienplatz runter, kann dort mit der Zahnradbahn „Zacke“ wieder hoch und oben beispielsweise wieder in die Tour einsteigen und weiter zum Fernsehturm fahren bevor es wieder runter in den Kessel geht. Auf der Karlshöhe bietet sich ein Verweilen im Biergarten oder ein Besuch des Städtischen Lapidarium an.
Ansonsten ist diese Route weniger zum aussteigen gedacht. Sie bietet dafür viele Panoramastrecken um Stuttgart einfach auf sich wirken lassen zu können. Ebenso sollte man undbedingt mit der Seilbahn zum Waldfriedhof fahren. Die Seilbahn wird übrigens bei den Stuttgartern schon immer liebevoll Erbschleicher-Express oder auch Witwen-Express genannt.
Die Route dauert etwa 50 Minuten.

Das 24h-Stuttgart Tour-Ticket gilt für die gesamte Zeit auch im normalen Liniennetz der SSB, wobei wir bei der zweiten und dritten Möglichkeit angekommen wären Stuttgart zu er-fahren:

Stuttgart mit der Linie 42 entdecken:

Neben den beiden Tourist Routen gibt es selbstverständlich eine Vielzahl von Linienbusse die einen in alle Ecken Stuttgarts bringen. Eine der interessantesten Strecken ist die Linie 42. Sie beginnt ebenfalls am Schloßplatz und fährt einmal durch Stuttgart.
Highlights auf der Strecke sind zum Beispiel viele Haltestellen von denen aus man gut einige Stäffele erlaufen kann (Eugensplatz, Straußenstaffel). Am Eugensplatz trifft man sich an heißen Sommertagen zum chillen und Eis „schlotza“ mit einer grandiosen Aussicht über Stuttgart. Von hier ist es zu Fuß nicht weit zur Jugendherberge oder zur Sternwarte sowie zum Minigolf Platz.
Weiter gehts vorbei an der Staatsgallerie, am Hauptbahnhof zum Hegelplatz. Dort kann man das sehenswerte Linden-Museum, den alten Hoppenlaufriedhof besuchen oder weiter in den Stuttgarter Westen fahren. An der Haltestelle Schwab-/Reinsburgstraße kann man wiederum aussteigen und zur Karlshöhe hinauf laufen oder zu Fuß über oder mit dem Bus durch das Schwabtunnel mit seinen tollen Portalen fahren. Es war das erste innerstädtische Tunnel Europas. Am Endpunkt, am Erwin-Schoettle-Platz kann mann dann mit der Stadtbahn U1 wieder zurück fahren.
Die Route (nur Linie 42) dauert etwa 40 Minuten und zurück mit der U1 bis Charlottenplatz in 7 Minuten.

Stuttgart mit dem Nachtbus N4 entdecken:
An den Wochenendnächten (Donnerstag, Freitag und Samstag) fahren nach Betriebsschluß der normalen Bus- und Stadtbahnlinien ab Schloßplatz die Nachtbusse der SSB jeweils um 1:11, 2:22 und 3:33 los. Wer eher nachtaktiv ist und einmal Stuttgart bei Nacht erleben möchte sollte am Wochenende in der Stadt Abends weg gehen und mit einem der Nachtbusse fahren.
Generell fahren alle Linien am Schloßplatz ab und enden dort auch wieder. Also optimal um eine Stadtrundfahrt bei Nacht zu machen.
Zu empfehlen ist die Nachtbus Linie N4 nach Stammheim. – Keine Angst, bisher ist noch jeder der mit dieser Linie unterwegs war wieder zurück gekommen 😉
Die Linie N4 fährt vorbei am beleuchteten Landtag, Staatstheater und Staatsgalerie weiter über den nächtlichen Neckar durch Bad Cannstatt hoch zum Burgholzhof entlang der Weinberge wo man einen tollen Ausblick über den Neckartal Nachthimmel bis nach Esslingen bekommt. Weiter gehts dann durch Zuffenhausen nach Stammheim. Meist ist der Bus dort nicht leer. Immer wieder steigen auch noch Leute zu die in die Stadt wollen, oder die auf der Fahrt eingeschlafen sind und ihre Haltestelle verpasst haben. Von Stammheim gehts dann noch vorbei am Porsche Museum über den Pragsattel zurück in die sicherlich bis dahin noch immer nicht zur Ruhe gekommen City und lädt zum weiter feiern oder zum ins Bett gehen ein.
Insgesamt ist man mit dieser Tour etwa 50 Minuten unterwegs.

Fazit:
Für 18 Euro (Erwachsene) gibts das „Stuttgart Tour“-Ticket und liegt damit am oberen Ende des Durchschnitts von ähnlichen Touren in anderen Städten. Damit kann man beispielsweise Samstag Mittag bis Sonntag Mittag fahren und Stuttgart kennen lernen. Den Samstag dann in einem der vielen Lokale, Bars oder Theater ausklingen lassen und auf dem Heimweg Stuttgart bei Nacht mit dem Nachtbus erleben.
Die Stuttgart Tour ist noch nicht auf einem ausgereiften Standard wie in anderen Großstädten. Leider ist das Timing des Audioguide nicht immer hundertprozentig auf die Position des Buses abgestimmt. Teilweise gibt es auch unangenehme Wartezeiten an Ampeln oder zwischen zwei Sehenswürdigkeiten. Hier wäre wünschenswert dieses „Loch“ mit allgemeinen Infos zu Stuttgart aufzufüllen. Hier und da dreht es einem einheimischen den Magen um wenn er zum Beispiel „die Bärenseen“ oder „das Cannstatter Wasen“ hören muß. Auch mit der Betonung und Aussprache hapert es in der Hochdeutschen Version noch erheblich. Abhilfe würde hier ein professioneller (Hörbuch/Radio)Sprecher bringen. Es heißt nämlich nicht {Heßßlach} sondern {Hääslach}, genauso wie nicht {Stuttgart-Waihingen}, sondern {Stuttgart-Vaihingen}.
Wer einfach das echte Leben spüren möchte und vielleicht auch mal Schwäbisch hören möchte steigt einfach in einen der Linienbusse ein. Dafür bietet sich die Einzel Tagestickets, Gruppentickets oder 3 Tages Tickets an.

Ein Kommentar

  1. Oli sagt:

    Leider soll Ende 2013 Schluss sein mit den Bustouren. Waren wohl weniger Gäste wie erhofft!? 🙁 Schade, aber Stuttgart lässt sich zu Fuß bei einer Stäffelestour eh am Besten erkunden 🙂

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