{"id":860,"date":"2012-03-11T17:32:01","date_gmt":"2012-03-11T16:32:01","guid":{"rendered":"http:\/\/dietenberger.de\/blog\/?p=860"},"modified":"2012-03-11T21:41:00","modified_gmt":"2012-03-11T20:41:00","slug":"der-alte-central-bahnhof-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dietenberger.de\/blog\/2012\/03\/11\/der-alte-central-bahnhof-stuttgart\/","title":{"rendered":"Der alte Central Bahnhof Stuttgart"},"content":{"rendered":"<p>ngg_shortcode_0_placeholderEigentlich w\u00e4re Stuttgart nicht von der Eisenbahn erschlossen worden. Geografisch war Cannstatt durch seine Lage am Neckar viel zentraler gelegen als die Residenzstadt Stuttgart. So wurde auch die erste Eisenbahnstrecke nicht in, sondern vor den Toren Stuttgarts, von Cannstatt nach Untert\u00fcrkheim gebaut. Diese wurde am 22. Oktober 1845 durch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_I._%28W%C3%BCrttemberg%29\" target=\"_blank\">K\u00f6nig Wilhelm I<\/a> feierlich er\u00f6ffnet. Stuttgart sollte urspr\u00fcnglich nur durch eine Stichbahn mit Cannstatt verbunden werden.<\/p>\n<p><!--more-->ngg_shortcode_1_placeholderDa K\u00f6nig Wilhelm I auch Eisenbahntechnisch Stuttgart als Mittelpunkt erstrahlen lassen wollte beschlo\u00df man einen Centralbahnhof in der N\u00e4he des Neuen Schlo\u00dfes zu bauen (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralbahn_%28W%C3%BCrttemberg%29\" target=\"_blank\">Centralbahn W\u00fcrttemberg<\/a>).<br \/>\nAls Erbauer wurde Baurat Karl von Etzel bestellt. Schon sein Vater, der Stadtplaner <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottlieb_Christian_Eberhard_von_Etzel\" target=\"_blank\">Gottlieb Christian Eberhard von Etzel<\/a> war als Erbauer der Neuen Weinsteige in Stuttgart bekannt.<br \/>\nDer Central Bahnhof sollte in direkter N\u00e4he zum Neuen Schlo\u00df in der Schlo\u00dfstra\u00dfe (heutige Bolzstra\u00dfe) entstehen und mu\u00dfte sich in die bestehenden H\u00e4user und Umgebung eingliedern. Er wurde als viergleisiger Kopfbahnhof mit einer h\u00f6lzernen Dachkonstruktion und ins damalige Stra\u00dfenbild passenden Rundportalen umgesetzt.<\/p>\n<p>Am 12. September 1846, dem 65. Geburtstag K\u00f6nig Wilhelms I, wurde der Central Bahnhof er\u00f6ffnet. K\u00f6nig Wilhelm I fuhr von Cannstatt durch das neu erbaute Rosensteintunnel in den Central Bahnhof. 3 Tage sp\u00e4ter, am 15. September 1846, folgte dann die offizielle Inbetriebnahme des Central Bahnhof und damit auch die Strecke Cannstatt \u2013 Ludwigsburg.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderSchnell wurde jedoch der viergleisige Central Bahnhof den verkehrlichen Erfordernissen zu klein, so da\u00df der Central Bahnhof durch Georg Morlok in den 1860er Jahren f\u00fcr weitere vier Gleise umgebaut wurde.<\/p>\n<p>1890 registrierte man \u00fcber vier Millionen Bahnreisende und nur 10 Jahre sp\u00e4ter (1900) waren es schon knapp siebeneinhalb Millionen. Da aber der Standort in der Schlo\u00dfstra\u00dfe keinen Platz mehr zur erneuten Erweiterung bot, fasste man den Plan f\u00fcr einen Neubau an einer neuen, geeigneten Stelle zu planen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens weihte man am 16. Oktober 1899 den ersten Fernsprechautomaten Stuttgarts in der Halle des Central Bahnhofs feierlich ein.<\/strong><\/p>\n<p>Nach langen Diskussionen um den neuen Standort und \u00fcber die Ausf\u00fchrung entschied 1907 <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_II._%28W%C3%BCrttemberg%29\" target=\"_blank\">K\u00f6nig Wilhelm II<\/a> (1848-1921) nicht wie vorgeschlagen den neuen Bahnhof als Durchgangsbahnhof (Sprickerhof\u2019scher Durchgangsbahnhof) mit Tunnels durch den Kriegsberg umzusetzen, sondern an selber Stelle an der Schillerstra\u00dfe einen Kopfbahnhof erbauen zu lassen. Eine Erhebung ergab das 95% der Reisenden Stuttgart als Ziel hatten.<\/p>\n<p>1911 begann man mit dem Bau und am 21. Oktober 1921 feierte der unter <a href=\"http:\/\/www.hauptbahnhof-stuttgart.eu\/\" target=\"_blank\">Paul Bonatz erbaute Hauptbahnhof<\/a> die Fertigstellung des ersten Bauteiles (Gleise 9-16) an der Schillerstra\u00dfe.<br \/>\nIn der Nacht zum 22. Oktober 1922 fuhren die letzten Z\u00fcge aus dem alten Central Bahnhof in der Schlo\u00dfstra\u00dfe und die ersten Z\u00fcge endeten im neu erbauten Hauptbahnhof an der Schillerstra\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Abriss f\u00fcr den neuen Hauptbahnhof:<\/strong><br \/>\nHaus Schillerstra\u00dfe 1 (Brauereibesitzer Kolb), das direkt vor der gro\u00dfen Schalterhalle stand<br \/>\nDas K\u00f6nigstor (Wappen heute im Tor zur gro\u00dfen Schalterhalle eingelassen)<\/p>\n<p>ngg_shortcode_3_placeholderAls in den 1920er Jahren dann der Abbruch des alten Central Bahnhof an stand rettete der Heimatforscher Anton Gall 1926 ein Torfragment und lie\u00df es in die Stadtmauer Weil der Stadt einbauen. Dort steht es seither als &#8222;Antoniustor&#8220; in der <a href=\"http:\/\/www.weil-der-stadt.de\/map.phtml?La=1&amp;FID=632.37.1\" target=\"_blank\">Besengasse<\/a>.<br \/>\nEbenso blieb der imposante Torbereich bestehen und wurde in das Geb\u00e4ude Bolzstra\u00dfe 8 integriert. Die einmalige Empfangshalle und der Rest des Baues mu\u00dfte dann der neuen Stadtplanung Stuttgarts weichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>ngg_shortcode_4_placeholder<strong>Karl von Etzel<\/strong>, geboren am\u00a06. Januar 1812 in Heilbronn, studierte unter anderem bei Nikolaus Thouret an der Stuttgarter Gewerbeschule. Machte sich als Eisenbahningenieur und Architekt einen Namen. Er baute den Schwimmsaal des Dianabads, entwarf zahlreiche Eisenbahnstrecken in W\u00fcrttemberg (z.B. Gei\u00dflinger Steige), der Schweiz, in Ungarn und in Kroatien. Die von ihm entworfenen Brennerbahn (1864-67) erlebte er nicht mehr.<br \/>\nZwei Tunnel stammen in Stuttgart von Karl von Etzel: Der urspr\u00fcngliche Rosensteintunnel, der direkt unter Schloss Rosenstein hindurchf\u00fchrt und bis 1915 in Betrieb blieb. Sowie die erste R\u00f6hre des Pragtunnels, durch die heute noch die S-Bahn nach Feuerbach f\u00e4hrt. Hier begann mit dem ersten Spatenstich am 26. Juni 1844 die Geschichte der W\u00fcrttembergischen Staatsbahnen.<br \/>\nngg_shortcode_5_placeholderIm November 1864 erlitt er einen ersten Schlaganfall, weshalb er um seine Entlassung aus dem Projekt \u201eBrennerbahn\u201c bat und in seiner Villa am Fu\u00df des Etzelschen Weinbergs am Kriegsberg den Lebensabend genie\u00dfen wollte. Am 2. Mai 1865, bei der Heimreise mit einem Sonderzug von Wien nach Stuttgart-Cannstatt, erlitt er einen zweiten Schlaganfall und mu\u00dfte die Reise im Bahnhof Kemmelbach (Nieder\u00f6sterreich) unterbrechen, wo er auch kurze Zeit sp\u00e4ter verstarb.<br \/>\nngg_shortcode_6_placeholderSein Grabmal auf dem Pragfriedhof besteht aus Steinen vom Brenner und ist mit einem Reliefbildnis geschm\u00fcckt. Die urspr\u00fcngliche Grabst\u00e4tte befand sich auf dem Stuttgarter Hoppenlaufriedhof, wo auch Etzels Vater und Gro\u00dfvater beigesetzt wurden.<\/p>\nngg_shortcode_7_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich w\u00e4re Stuttgart nicht von der Eisenbahn erschlossen worden. Geografisch war Cannstatt durch seine Lage am Neckar viel zentraler gelegen als die Residenzstadt Stuttgart. So wurde auch die erste Eisenbahnstrecke nicht in, sondern vor den Toren Stuttgarts, von Cannstatt nach Untert\u00fcrkheim gebaut. Diese wurde am 22. 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