{"id":293,"date":"2012-03-22T12:00:24","date_gmt":"2012-03-22T11:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/dietenberger.de\/blog\/?p=293"},"modified":"2012-03-22T17:04:58","modified_gmt":"2012-03-22T16:04:58","slug":"widerstand-in-140-zeichen-s21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dietenberger.de\/blog\/2012\/03\/22\/widerstand-in-140-zeichen-s21\/","title":{"rendered":"Widerstand in 140 Zeichen #S21"},"content":{"rendered":"<p>ngg_shortcode_0_placeholderIch nutze twitter nun schon seit dem 14. Januar 2009.<br \/>\nWas mit belanglosen tweets \u00fcber das Wetter Stuttgarts etc. anfing, entwickelte sich bei mir ziemlich rasch weiter.Als 2009 der Widerstand gegen das Milliardengrab Stuttgart 21 immer mehr Fahrt aufnahm stellte ich fest, dass im Internet das Thema Stuttgart 21 noch sehr stiefm\u00fctterlich behandelt wurde. Es gab bis dahin eigentlich nur die Webseite <a href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/\" target=\"_blank\">kopfbahnhof21.de<\/a> als Informationsquelle im Netz. Bis dahin fand der Widerstand praktisch nur klassisch drau\u00dfen im freien statt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>So begann ich immer wieder tweets mit Fakten zum bestehenden Kopfbahnhof und zum geplanten Durchgangsbahnhof in 140 Zeichen zu packen und mit dem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/search\/%23S21\" target=\"_blank\">Hashtag #S21<\/a> zu versehen. Damit d\u00fcrfte ich einer der Ersten gewesen sein der diesen Hashtag f\u00fcr den Widerstand im Netz nutzte.<br \/>\nZu dieser Zeit (Ende 2009) war auf twitter im deutschsprachigen Raum generell noch recht wenig los. Trotzdem fanden sich schon bald die ersten Mitstreiter im Widerstand, die ebenso im Web2.0 vertreten waren. Unter anderem war das <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/mnostG\" target=\"_blank\">@mnostG<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/LaviniaSt\" target=\"_blank\">@LaviniaSt<\/a> die sich auch immer mehr \u00fcber twitter dem Thema Stuttgart 21 widmeten. Das interessante war dabei, da\u00df man sich sowohl \u00fcber das Netz, als auch im reellen Leben kennen lernte und gemeinsam \u00fcber twitter f\u00fcr Aufkl\u00e4rung gegen Stuttgart 21 sorgte und gleichzeitig aber auch real zu den Montagsdemos ging. Dies hat sich bis heute auch nicht ge\u00e4ndert.<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p>Seither begleite ich den Widerstand auf twitter und berichte \u00fcber Demos, Veranstaltungen und Aktionen rund um Stuttgart 21. Was anf\u00e4nglich noch in den Weiten des Internets verloren ging sollte sich mit Beginn des Abrisses des Nordfl\u00fcgels gewaltig \u00e4ndern. Ab diesem Zeitpunkt war twitter pl\u00f6tzlich zum einen wichtig unter den Mitstreitern schnell Informationen zu verbreiten und zum anderen interessierte sich zunehmend auch die \u00fcberregionale Presse \u00fcber das was dort auf twitter zu den Ereignissen geschrieben wurde.<br \/>\nEinige Zeitungen haben seither extra Themenseiten zu Stuttgart 21 auf denen sie auch die #S21-twitter Meldungen live eingebunden haben.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderMit dem Abriss des Nordfl\u00fcgels kam auch die Internetseite der aktiven Parksch\u00fctzer &#8222;<a href=\"http:\/\/www.beiabrissaufstand.de\/\" target=\"_blank\">Bei Abriss Aufstand<\/a>&#8220; ins Netz. Hier wurde gleich von Anfang an twitter fest ins Konzept eingebunden und ist heute nicht mehr voneinander trennbar zu einem der wichtigsten Informationsquellen des Widerstandes gegen Stuttgart 21 geworden.<\/p>\n<p>twitter entwickelte sich immer mehr mit dem Hashtag #S21 zu einer wichtigen Informationsquelle des Widerstandes und wir lernten schnell das schnelle Medium als eine Art Gegen\u00f6ffentlichkeit zu nutzen. Es war m\u00f6glich schnell und gezielt Informationen zu streuen und falsch verbreitete Informationen der Presse, der Bahn oder der Regierung richtig zu stellen.<br \/>\nBesonders Intensiv war die Mediale Aufmerksamkeit auch w\u00e4hrend der <a href=\"http:\/\/www.schlichtung-s21.de\/\" target=\"_blank\">Schlichtung<\/a> die wir \u00fcber twitter live begleiteten und kommentierten bzw. Zeitgleich zu Schlichtungsthemen die entsprechenden Daten, Untersuchungen etc. im Netz zug\u00e4nglich machten.<br \/>\nngg_shortcode_3_placeholderDa mit der Zeit twitter immer bekannter wurde und auch mehr User sich f\u00fcr das Thema Stuttgart 21 im Netz interessierten war es an der Zeit einen Kreis mit twitter-Usern zu bilden denen man vertrauen konnte und wu\u00dfte das sie nur gesicherte und qualifizierte Informationen zu #S21 verbreiten w\u00fcrden. So entstand dann die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/search\/%23tbg\" target=\"_blank\">#TBG<\/a>, die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/stuttgarter1977\/tbg\" target=\"_blank\">Twitter-Bezugs-Gruppe<\/a>.<\/p>\n<p>Mit dem 30.9., dem <a href=\"https:\/\/dietenberger.de\/blog\/2011\/09\/30\/wie-ich-den-30-09-2010-den-schwarzen-donnerstag-erlebte\/\" target=\"_blank\">Schwarzen Donnerstag<\/a>, begaben wir uns mit twitter auch auf neue Wege. Zum ersten Mal wurde neben den bisher \u00fcblichen Verbreitungswege wie Telefon, SMS, Webseiten oder Facebook auch \u00fcber twitter Morgens die Alarmierung ausgel\u00f6st. An diesem Schl\u00fcsselereignis zeigte sich wie sehr der Widerstand, wie sehr wir, \u00fcber twitter eine enorme Kraft ausstrahlten. Via twitter und dem Hashtag #S21 konnte nun jeder, an jedem Ort, live miterleben was genau dort im Mittleren Schlo\u00dfgarten vor sich ging. Noch lange bevor die Lokalpresse davon berichtete. ngg_shortcode_4_placeholderIn Sekundenschnelleschnelle ging das Bild von Herrn Wagner um die ganze Welt. Und als noch lange die Presse von steinewerfenden Demonstranten sprach, war \u00fcber twitter klar, da\u00df es sich nur um Kastanien handelte. Die tweets aus und um den Park wurden in Zeitungsberichte \u00fcbernommen, kamen in den Nachrichten und die ganze Welt las mit entsetzen was im braven Schwabenl\u00e4ndle gerade vor sich ging.<br \/>\nDieser Tag ver\u00e4nderte Stuttgart, ver\u00e4nderte Deutschland und ja, twitter und die #TBG war dabei nicht unerheblich beteiligt.<\/p>\n<p>So entwickelte sich der Hashtag #S21 und die #TBG zu den Meinungsmachern und hatten von Anfang an die Meinungshoheit \u00fcber das Thema Stuttgart 21 auf twitter. Die sogenannten Bef\u00fcrworter als auch die Projektpartner Stadt, Land und Bahn hatten diesen wichtigen Trend nicht nur untersch\u00e4tzt, sondern ganz einfach verschlafen. Man versuchte zwar von deren Seiten mit gefaketen Accounts gegen zu lenken, aber der Widerstand war zu dieser Zeit schon viel zu fest auf twitter verankert als diese Attacken auch nur irgendetwas anrichten h\u00e4tten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die verschlafenen Projektbef\u00fcrworter versuchten daraufhin einen Gegenangriff auf Facebook zu starten. Steckten unmengen an Geld in diese Offensive und verk\u00fcndeten zum Schlu\u00df \u00fcber 100.000 \u201egef\u00e4llt mir\u201c-Klicke. Wohl eines der besten Beispiele um zu zeigen das man Social Media nicht verstanden hat.<br \/>\nEin guter Artikel dazu auf METRONAUT: <a title=\"Dauerhafter Link zu &quot;Stuttgart 21: Mit PR-Agenturen gegen Demonstranten&quot;\" href=\"http:\/\/www.metronaut.de\/2010\/09\/stuttgart-21-mit-pr-agenturen-gegen-demonstranten\/\">Stuttgart 21: Mit PR-Agenturen gegen Demonstranten<\/a><\/p>\n<p>R\u00fcckblickend l\u00e4\u00dft sich aber beruhigend feststellen, aller Aufwand der Projektbef\u00fcrworter das Meinungsbild auf Social Media Kan\u00e4len umzukehren hatte nicht funktioniert. Nicht alles l\u00e4\u00dft sich eben mit Geld erledigen.<\/p>\n<p>L\u00f6st der Widerstand \u00fcber Social Media den klassischen Widerstand auf der Stra\u00dfe ab?<br \/>\nGanz klar Nein! Widerstand nutzte schon immer die neusten Medien zu seinem Nutzen. Seien es Flugbl\u00e4tter, oder Piratenradios, usw. twitter wird dies nur erweitern und um ein schnelles Medium bereichern. Facebook spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Da es einfach zu \u201elangsam\u201c ist und reiht sich daher eher in die Riege der Informationsverbreitung analog klassischer Webseiten ein.<\/p>\n<p>Auch die <a href=\"https:\/\/dietenberger.de\/blog\/2012\/01\/31\/das-polizeiprasidium-stuttgart-und-web2-0\/\" target=\"_blank\">Polizei startete im vergangenen Jahr mit einem twitter-Account<\/a> um die \u201eKommunikation\u201c mit den Gegnern des Widerstandes zu erweitern. Nach \u00fcber 2 Jahren reichlich sp\u00e4t. Dementsprechend schlecht ist das Projekt auch umgesetzt und angenommen worden. Ich w\u00fcrde sogar so weit gehen und es gar st\u00fcmperhaft bezeichnen.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_5_placeholderWie gef\u00e4hrlich der Widerstand gegen Stuttgart 21 auf twitter von \u00f6ffentlichen Stellen eingesch\u00e4tzt wird sieht man daran, da\u00df aufgrund von twitter-Meldungen schon bei manch Stuttgart 21 Gegnern Hausdurchsuchungen, Anzeigen etc. statt fanden.<br \/>\nBigBrother is watching us!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Und die Zukunft?<\/strong><br \/>\nDer Widerstand, nicht nur gegen Stuttgart 21, ist nicht nur im Web2.0 angekommen, sondern fest etabliert. camS21 erweitert seit langem das Spektrum der aktuellen Berichterstattung um das bewegte Bild, und in der ganzen Welt wird mittlerweile twitter als das Hauptinstrument zur Verbreitung ihrer Nachrichten benutzt. Durch twitter und live-Bilder via Handycams sind Protestbewegungen trotz Zensur, trotz falscher oder schlechter Berichterstattung auf der ganzen Welt zu sehen und werden geh\u00f6rt! Die Welt ist im Umschwung, die Welt steht auf und vernetzt sich! Achtung Regierungen! Es k\u00f6nnte unangenehm werden!<\/p>\n<p>zum lesen:<br \/>\nInterview mit mir in der UZ (14.6.2011):\u00a0&#8222;<a href=\"http:\/\/www.dkp-online.de\/uz\/4325\/s0301.htm\" target=\"_blank\">Unser Widerstand hat\u00a0Deutschland ver\u00e4ndert<\/a>&#8220;<br \/>\nweb evangelisten: <a href=\"http:\/\/webevangelisten.de\/stuttgart21-im-spiegel-von-twitter\/\" target=\"_blank\">Stuttgart21 im Spiegel von Twitter<\/a><br \/>\nPeter Hoffmann: <a href=\"http:\/\/peter-hoffmann.com\/2010\/12-hours-s21-on-twitter.html\" target=\"_blank\">12 hours #s21 on Twiter<\/a><\/p>\nngg_shortcode_6_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich nutze twitter nun schon seit dem 14. Januar 2009. 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