Archiv für Stuttgart 21

Volksabstimmung – und nun?

Es ist Montag, ein Tag nach dem ersten Volksentscheid (nach 1971) im Land Baden-Württemberg. Irgendwie ein guter Tag, irgendwie auch nicht.

3,68 Millionen Menschen haben sich am Sonntag in die Wahllokale aufgemacht ihre Stimme zum S 21 Kündigungsgesetz abzugeben. Das waren gerade mal 48,3 Prozent der Wahlberechtigten. Im Vergleich dazu waren es bei der Landtagswahl 2011 immerhin noch 66,3 Prozent die ihr Kreuz gemacht hatten.
Trotz dieser relativ einfachen Antwortmöglichkeiten haben doch erschreckende 15.000 Wähler den Stimmzettel in der Wahlkabine ungültig werden lassen. Das spricht nicht gerade für ein Land der Dichter und Denker…
Also allein zahlentechnisch leider kein wirklicher Erfolg der direkten Demokratie.

Wenn du eine weise Antwort verlangst,
musst du vernünftig fragen.

Johann Wolfgang von Goethe

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Wie ich den 30.09.2010, den Schwarzen Donnerstag, erlebte

Wenn Unrecht zu Recht wird
Der Bürgerprotest gegen Stuttgart 21 geht in die Geschichte Deutschlands ein.
Der Protest, vielmehr die Politik, hat aber auch einen traurigen Höhepunkt geschaffen; den 30.09., den Schwarzen Donnerstag!

Dieses Datum, dieses Geschehen wird man aus den Köpfen der Stuttgarter nie wieder bringen! Es ist wohl das erschreckendste Ereignis das die Stadt nach dem zweiten Weltkrieg erlebte.
Seit diesem Tag ist der Respekt gegenüber der Polizei bei den Bürgern Stuttgarts dahin und wird auch nie wieder zurück kommen!

Leider, oder Gott sei Dank, war ich am Donnerstag den 30.09. beruflich bei einem Projekt Nähe der Borsigstraße/Ecke Heilbronner Straße B10/B27 in Stuttgart tätig.
Flyer der Jugenddemo Ich wußte zwar das Morgens eine angemeldete Schüler- und Jugenddemo statt finden würde, aber da ich im Projekt wegen Umstellung der Software zum Monatswechsel fest eingebunden war, war an einer Teilnahme gar nicht zu denken. So arbeitete ich also fleißig und hatte immer wieder einmal kurz einen Blick auf twitter um auf dem laufenden zu bleiben. (Versammlungsbescheid Schülerdemo)
Irgendwann überschlugen sich dann die Ereignisse. Berichte kamen über twitter das die Demo im Park war und Polizei in Massen auftauchte. (abrissaufstand: ALARM: GROSSEINSATZ der Polizei)
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Erste Parkschützer Hochzeit im Schlossgarten

Am Samstag, 30.Juli 2011 war es soweit. Der Widerstand gegen das Milliardengrab Stuttgart 21 hatte wieder ein weiteres Highlight zu feiern!

Matthias Kästner und Christine Böhler gaben sich am Samstag unter der Blutbuche im Mittleren Schloßgarten unter Beisein von Familie, Verwandtschaft, Freunden und Parkschützern das Ja-Wort.

Letzten Sommer lernten sich die Beiden im Widerstand kennen. Richtig “gefunkt” hat es dann bei einer Tor-Blockade am Nordflügel am 25. August 2010.
(Nicht) gesucht und gefunden; Dafür aber umso heftiger! Das konnte man schnell sehen als sie sich nach zwei Wochen schon verlobten. Jetzt, ein knappes Jahr später, gingen die Beiden den nächsten Schritt in ihrer Partnerschaft und trauten sich.

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Bahn-Weiterbau bei Stuttgart 21 alles nur Schall und Rauch!

Vor fünf Wochen, am 15. Juni 2011 verkündete die Bahn mit großen Tönen: Bauarbeiten bei Stuttgart 21 gehen weiter.
Was ist in dieser Zeit tatsächlich passiert?

Kurz zusammengefasst: Nichts!
Noch am selben Tag der Verkündung des sogenannten Weiterbauens gab es seitens der Bahn die Meldung, dass sie den Tiefbau bei Stuttgart 21 aussetzen wird.
Doch das war noch nicht alles!
In der selben Woche gab die Bahn auch zu, dass  Schichten im Untergrund durchlässiger als gedacht seien.
Die Liste ließe sich beliebig weiterführen.
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Der Stuttgarter Mutbürger

In den Medien ist, wenn es um Protest, Aufstand oder ähnliches geht, seit vergangenem Jahr immer wieder vom Wutbürger die Rede. Mutbürger auf einer MontagsdemoDabei ist dieses Wort eine reine Wortschöpfung der Presse und wurde zuvor niemals in Bewegungen, Bündnissen etc. verwendet. Das Wort “Wutbürger” haben wir ganz allein der deutschen Gesellschaft für Sprache (GfdS) zu verdanken die diese Wortschöpfung zum Wort des Jahres 2010 wählte.
Meiner Meinung nach ist “Wutbürger” eher abwertend, da mit Wut meißt Zorn und negative Gefühle verbunden sind. Deshalb spreche ich in diesem Zusammenhang lieber vom Mutbürger. Es verlangt viel Courage seine Anliegen, seine Meinungen zu vertreten und sich gegen Unrecht zu wehren.

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